News

Programm für CO2-arme Trucks

25.09.2014

Programm für CO2-arme Trucks

LKW-Hersteller wollen Emissionen mit Hilfe der Aufliegerbranche noch stärker senken.

Im Vorfeld der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge in Hannover haben die Vorstandsvorsitzenden der europäischen Nutzfahrzeughersteller ihren Maßnahmenplan zur Senkung von CO2-Emissionen im Straßengüterverkehr vorgestellt. Daimler-Nutzfahrzeugchef Wolfgang Bernhard, der zugleich Vorsitzender des Nutzfahrzeuggremiums des Verbands der europäischen Automobilhersteller (Acea) ist, sagte während der Pressekonferenz der Interessenvertretung, dass die Branche bei der "Vision 20-20" im Plan liege. Ziel dieser Vision ist es, den Kraftstoffverbrauch - ausgehend vom Niveau im Jahr 2005 - bis 2020 um 20 Prozent zu verringern. Das entspricht einer jährlichen Reduzierung um 1,3 Prozent. Die am Dienstag veröffentlichte Studie des unabhängigen belgischen Instituts für Verkehrsforschung, Transport & Mobility Leuven (TML) bestätigt diese Entwicklung. Integriertes Konzept ist gefragt Die Branche selbst will aber künftig einen ambitionierteren Ansatz zur Senkung der CO2-Emissionen verfolgen. "Nicht nur neue LKW, sondern auch die Auflieger- und Anhängerbauweise, alternative Kraftstoffe, die Transportabläufe und die Infrastruktur spielen eine entscheidende Rolle bei der Senkung der CO2-Ausstoßes. Jetzt gilt es, alle Interessengruppen zusammenzubringen, um ein integriertes Konzept für die Reduzierung von CO2-Emissionen in der europäischen Transportbranche zu erarbeiten", erklärte Bernhard. Die Daten aus der TML-Studie zeigen erstmals das Potenzial dieses integrierten Ansatzes für den Zeitraum bis 2020: So ließe sich durch fahrzeuginterne Maßnahmen über die gesamte Flotte hinweg eine zusätzliche Reduzierung der CO2-Emissionen von 6 Prozent erzielen, heißt es dort. Weitere 2,5 Prozent ließen sich durch alternative Kraftstoffe einsparen. Effizientere Transportabläufe brächten eine weitere Verringerung von 13 Prozent. Dadurch lassen sich der Untersuchung zufolge von 2014 bis 2020 die durch den Straßengüterverkehr verursachten CO2-Emissionen um insgesamt mehr als 20 Prozent senken, also um 3,5 Prozent pro Jahr. Ginge man also von einem reinen Neufahrzeugansatz zu einem vollständig integrierten Konzept über, ließen sich die jährlichen CO2-Einsparungen der Nutzfahrzeugbranche mehr als verdoppeln, sagte Bernhard in Hannover weiter. Im Schulterschluss mit dem Daimler-Manager sprachen sich auch Daf-Vorstandschef Harrie Schippers, Pierre Lahutte, Brand President von Iveco, Anders Nielsen, Vorstandssprecher von MAN Truck & Bus, Scania-Chef Martin Lundstedt sowie Acea-Generalsekretär Erik Jonnaert während der Pressekonferenz für die Notwendigkeit eines integrierten Konzepts aus.